Gabon

29.02.2014 - 04.03.2014

Afrikaberichte über eine äquatoriale Visa - Rallye, so ähnlich  könnte man die Erlebnisse in Gabon umschreiben. Nachdem wir das Visa der Rep. Kongo im Pass bewundern können, haben wir uns frohen Mutes weiter auf den Weg nach Süden gemacht. Vor dem Grenzübertritt verbringen wir noch eine Nacht in Ebowola, bei Cousin Andrè. (noch mal ein herzliches Dankeschön!)

Am Mittag den 27.02.14 Reisen wir in Gabon ein und fahren durch eine wunderbare Tropenlandschaft südwärts. Es geht sehr zügig voran und wir bestaunen die einfachen Dörflein. Auch wir werden mit Erstaunen von der Bevölkerung wahr genommen.

Wieder ist eine andere Art der Lastenbeförderung zu beobachten. Die Feldfrüchte, Holz und was es sonst zu transportieren gibt, wird in Hutten auf dem Rücken getragen. Die Frauen schleppen extrem viele Lasten durch das Land. Der Herr kann, wie es scheint ohne Gewissensbisse, mit dem Buschmesser vorne weg spazieren. (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Spricht man die Leute an, sind sie sehr freundlich und fröhlich. Stolz wird das zu kochende Gemüse beschrieben und gleich noch auf die Herkunft  hingewiesen.

Vor den Holzhäusern, vermutlich an der Stelle eines Wohnzimmers, ist der gedeckte „Palaverplatz“ in unterschiedlichen Varianten zu beobachten.

In Oyem, bei der kath. Missionskirche, dürfen wir unser Nachtlager aufschlagen. Die beiden jungen Padres fragen sehr intensiv nach unseren Reiseerlebnissen. Sie pflegen sehr engen Kontakt mit dem Kloster auf dem Mont Febe, Yaounde. Entsprechend ähnlich ist der Aufbau der Mission. Am späteren Abend schaut dann noch Pater Antoine bei uns vorbei. Er hat sehr viel aus seiner 40 jährigen Tätigkeit zu erzählen. Er versprüht Begeisterung für seine gewählte Heimat und seine „Kinder“

Am 28.02.14 um 14.00h überqueren wir den Äquator. Es ist ein passender Platz, umgeben von einer schönen Dschungellandschaft.

Kurz danach, bei Mayene, biegen wir auf die Piste nach Franceville ostwärts ab. Da es schon wieder auf ein Wochenende geht und wir in der Hauptstadt wieder einmal einen Versuch für ein Visum der Rep. Angola starten wollen, haben wir noch genügend Zeit für einen Abstecher in den P. N. de Lope- Okanda.

Auf der gross angelegten Piste fahren wir weiter durch Dschungel. Donnernd kommen uns grosse Holztransporter entgegen. Es gilt hier nur das Vortrittsrecht des grösseren Fahrzeuges. Also, wenn so ein LKW mit grosser Geschwindigkeit auf einem zukommt gibt es nur eine Möglichkeit, zur Seite fahren und hoffen dass es gut vorbei geht!

Nach einem Anstieg der Piste kommen wir überraschend aus dem dichten Wald. Es ist wie ein Aufatmen, hat man doch einen freien Blick auf Hügelzüge mit gelbem Steppengras, bis zum Horizont. Es ist nachdem vielen grün doch ein sehr angenehmer Anblick.

Bei Ayem führt eine einspurige, recht lange Brücke über den Ogooue. Das ist dann schon ein rechter Fluss, an dem 200 Km weiter abwärts, dass bei uns so berühmte Lambarene liegt.

Hier treffen wir auf die Bahnverbindung Libreville- Franceville, es gibt tatsächlich richtige und moderne Züge für Fracht und Passagierverkehr. (Holz, Erze und Container)

Auf einem Hügel, fast wie im Jura mit tollem Ausblick, Campen wir über Nacht und geniessen den Sternenhimmel.

Am Morgen fahren wir weiter zum „Visitorcenter“ des Nationalparks, es ist eine Baracke wo wir niemanden antreffen. In einer Lodge am Fluss besteht eine Möglichkeit Ausflüge in den Park zu buchen. Das ganze erscheint uns noch sehr provisorisch zu sein und wir haben kein rechtes Vertrauen zu dem angebotenen. Die Anfahrt war sehr schön und wir beschliessen wieder zurück zur N2 zu fahren. Wieder in Ayem treffen wir auf die britischen Bussreisenden, sie bestätigen uns, dass es kaum Tiere beim Ausflug zu sehen gab. Wir bekommen aber noch ein paar gute Hinweise für die Routenwahl in den nächsten Tagen. Der Fahrer des Kanariengelben Mobil’s ist auf seiner 14. Reise nach Kapstadt! Zumindest die Verkehrsschilder weisen uns auf mögliche Tiere hin.

Bei einer kleinen Brücke ereilt uns die obligatorische Afrika Reifenpanne. Verursacher, ein kleiner Metallspan von der Brückenkonstruktion.

Bei Bifoum biegen wir NW ab auf die RN 1, Richtung Libreville. Der Äquator wird wieder überschritten, jetzt von Süden nach Norden. Bei der Ortschaft Kango finden wir einen Platz für die Nacht, es kostet aber ein feines Z’nacht, das mit Hochgenuss eingenommen wird! Das Gasthaus ist voll mit Italiener, die eine neue Strasse bauen. Unter schattenspenden Bäumen, bewacht vom Nachtwächter des Hauses, schlafen wir selig.

Sonntag sind wir recht früh in Libreville, der Hauptstadt von Gabon. Dereinst sind hier viele Sklaven von den Franzosen in die Freiheit entlassen worden. Wie glücklich sie dieses aufgenommen haben, hier in den subtropischen Sümpfen mit den Mücken und Lepra frei zu werden sei dahingestellt. Uns rinnt der Schweiss nach drei Schritten herab und alles ist klamm und feucht. So ziehen wir es vor, den Stadtbummel gleich im klimatisierten Auto durchzuführen. Es geht recht schnell, denn ausser der Meerespromenade, einigen Nobelhotels, Banken und einem reichen Stadtviertel ist nicht viel anzutreffen.

Gemütlich machen wir uns auf den Weg nach Cap Esterias, in der Hoffnung auf einen guten Stehplatz. Bald merken wir das diese Idee nicht so toll ist, alles ist Überflutet und den Weg zu verlassen kaum möglich. Jedoch am Meer, hinter der USA Botschaft, (die gleich das ganze Viertel bewacht) finden wir das Sun Beach Hotel, da können wir wieder fein Essen und dafür auch noch Übernachten, sehr nettes Management!

Mit dem ganzen Papierkram stehen wir am Montag früh vor der angolanischen Botschaft und hoffen auf die Erfüllung unserer Visum Wünsche. Sehr höflich und hilfsbereit wird das Anliegen geprüft. Dann zum Chef weitergereicht, wegen der Entscheidung und so. Wieder ein nettes Gespräch, aber da muss auch der Chef seinen Chef fragen, wie mit uns zu verfahren ist.

Mit angolanischen TV Werbeblöcken gut versorgt harren wir der Dinge. Dann wird unser Antrag sehr höflich abgelehnt, jedoch mit der Zusicherung, dass mit diesen Unterlagen in einem Nachbarland von Angola ein Visum ausgestellt würde. Also ausser Spesen nix gewesen! Vor der Abreise besuchen wir zum Frustabbau einen grossen franz. Supermarkt mit allen vorstellbaren Schlemmereien. Sehr gut Versorgt machen wir uns wieder auf den Weg.

Dieser führt zurück nach Bifoum, wieder über den Äquator und grosse Flüsse. Jetzt nehmen wir uns auch die Zeit etwas genauer den Flussschiffsverkehr zu bewundern. Alles dreht sich auch hier um Holz, Anlieferung an Sägewerke und Abfuhr direkt auf die Seite der auf Reede liegenden chinesischen Seeschiffe, die wie es scheint ganze Wälder verschlucken.

Die gute N1 führt uns bis Lambarene. Im Gästehaus des Albert Schweitzer Urwaldspitals können wir nach Wochen wieder einmal eine heisse Dusche geniessen.

Es ist ausserordentlich mit welchem Engagement hier das Spital errichtet und betrieben wurde, wir sind sehr beeindruckt von der Pionierleistung die Albert Schweitzer hier vollbracht hat!

Die originalen sehr einfachen Labor Gerätschaften,  der OP Raum und die sehr einfachen Wohnräume des Gründerehepaars werden gerne den Besuchern vorgeführt.

Auf der guten N1 kommen wir sehr zügig nach Süden. Bei Ndende wird noch einmal getankt und dann geht es auf der Piste zur Grenze von der Rep. Kongo. Es hat sehr stark geregnet, die ansonsten sehr gute Piste wird von zwei Bächen Überflutet. Der örtliche Buss macht es sich recht einfach, er lässt die Passagiere aussteigen und lässt sich von diesen auch gleich durch den Bach schieben. Etwas Übervorsichtig demontiere ich den Ansaugschlauch vom Luftfilter und gewinne so 25cm. Die Durchfahrt ist aber eigentlich ohne Probleme möglich. Beim zurückbauen wird unser Mobil vom Bussfahrer und der ganzen Reisegesellschaft eingehend gemustert, mit sehr positivem Echo fand ich.

Vor dem Grenzdorf Doulassa verbringen wir eine stürmische Nacht auf einem Latterittplatz. Es Regnet wie aus Kübeln, und wir befürchten das schlimmste für die Weiterfahrt. Zur Abfertigung der Ausreise muss Theres die Beamten zusammensuchen und wecken. Alles wird aber sehr freundlich und nett abgewickelt. Der letzte Posten, von der Armee, macht sich nicht mit uns auf den Weg zur Grenze, (ca. 800m) und überlässt es uns den Schlagbaum zu heben. Gabon ist halt locker drauf!

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