2026

Nordamerika - 23. Teil - USA - New Mexico, Texas

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veröffentlicht am

06.05.2026 - 29.05.2026

Bald nach dem Überqueren des Rio Grande mündet die Strasse in einem respektablen Abfertigungsgelände der USA Behörden. Zwei Spuren LKW, vier Spuren für PKW etc.. Diese sind schön markiert, aber in der Hitze des Gefechts für uns Unverständlich. So nehme ich die goldene Mitte und zügig geht es vorwärts. Bis ich beobachte dass die Fahrzeuge vor uns etwas an ein Lesegerät halten und sich dann die Schranke öffnet. Das ist sicher die falsche Spur, haben wir doch keine magische Karte die uns einreisen lässt. Theres hat inzwischen die Schriftzüge entziffert, wir gehören zur Einreisekategorie «sonstige». Also Blinker einschalten und fünf Fahrzeuge vor dem Schlagbaum die Spur wechseln, gelingt erstaunlich gut, wir haben Kanada Bonus. Eine freundliche Beamtin nimmt unsere Pässe entgegen und liesst sie ein, dann beginnt sie etwas hektisch die Tastatur zu bearbeiten. Mehrmals fragt sie nach der letzten Einreise in die USA. Wir bleiben verdächtig, ein weiterer Beamter geleitet uns auf den zur Nachkontrolle vorgesehen Platz. Motorhaube öffnen, alle Türen entsperren, dann werden wir zur Befragung in das Gebäude geleitet. Der kräftig gebaute Beamte übergibt uns an zwei jüngere die sich nun um uns kümmern. Wieder fragen sie uns Löcher in den Bauch. Diese, entschuldigung, blöden Fragen können wir mit unseren Flugtickets und Reisestempeln im Pass belegen (das Problem, wir sind im Februar ohne USA Kontrolle nach Mexiko ausgereist). Inzwischen hat der «kräftige» ein paar junge Beamte um unser Auto gruppiert und veranstaltet eine kleine Schulung zu unserem «Fall». Unsere Befrager schaffen es nicht, sie holen die Chefin. Sie hat nicht nur eine schöne Uniform, nein, sie kann sich auch unseren Weg durch die USA nach Mexiko geistig erschliessen und die notwendigen Entscheidungen treffen. Es gibt da wohl eine App, wo man sich melden soll, wenn die USA über Land verlassen wird (Ausgerechnet eine App…). Sie gibt alles in den Computer ein und schreibt uns einen Zettel für die nächste Ausreise, den sollen wir dann unbedingt abgeben (wir hoffen auf eine besetzte Behörde ;-) ). Das ganze Prozedere kostet 60.-US$, einen Handschlag und die besten Wünsche für den Aufenthalt in der USA. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und fahren auf dem Highway 90 in das Amistade Recrations Aera am gestauten Rio Grande.

In der Nacht schlägt das Wetter um und es wird massiv kühler, so haben wir beide tief und fest geschlafen. Da wir ja ohne nennenswerte Lebensmittel eingereist sind, fahren wir wieder zurück nach El Rio und versorgen uns umfassend. Auf dem Highway 90 geht es danach Nordwestlich in den Seminol Canyon State Park (Texas). Er zieht sich am Rio Pecos entlang bis zum Grenzfluss Rio Grande. Die alte Strecke der Pazifik Sur führte durch das Gelände, diese wurde in den 1880er erbaut und wegen der (nicht mehr vorhandenen) Holzbrücke über den Rio Pecos weltweit in den Zeitungen gerühmt. Durchaus möglich, dass Karl May aus der Zeitung den Handlungsort für seine Westerngeschichten erfahren hat, passt genau, die indigenen Mescalero Apachen inklusive. In den Canyons finden sich auch passende Felsmalereien.

Über das topfebene Glass Mountain Plateau fahren wir weiter nach Nordwesten. Zwischen Sanderson und Marathon sind 56 Meilen absolute Einöde. Mit Interesse nehmen wir die drei Pickups der Border Control war. Sie patrouillieren hier an der Hauptstrasse, da weiter südlich nichts im nichts ist. Na ja, vielleicht mal ein Rindvieh. Ein grauer Kia beginnt uns Sorge zu machen. Er fährt etwa sechs Meilen hinter uns her, dann endlich werden wir Überholt. Kaum sind wir beruhigt, kommt er uns wieder entgegen und Wendet, dass Spiel beginnt von vorne. Wir sind froh in Alpine angekommen zu sein und fahren gleich zur Tankstelle. Der Kia fährt langsam weiter, unsere Fragen bleiben, aber er wird nicht mehr gesehen! Erleichtert biegen wir nach Norden ab, in die Hügel am Horizont. Jetzt hat es wieder mehr Farmbetriebe, die auch grosse Nussplantagen betreiben. Erst im Ort Fort Davis fällt der Groschen, es sind Pistazien, die hier in der Region im Grossformat angebaut werden. Vom Fort sind nur noch die Grundmauern geblieben, wir verzichten auf eine Besichtigung. Etwas höher in den Hügeln finden wir im Mount Davis State Park einen angenehmen Campingplatz, wo uns ein Hagelschauer den Feierabend einhämmert.

Die Mount Davis Bergkette ist nicht sehr spektakulär anzuschauen, aber wir sind deutlich über 2000 MüM und haben am Morgen einen recht frischen Wind, es gibt Frühstück im Auto. Danach fahren wir zurück an die 90er, in Richtung Van Horn. Bei Valentine glauben wir eine Fanta Morgana zu sehen, taucht doch eine Art Zeppelin aus dem Wüstendunst auf. Er ist an einer Einrichtung angebunden und schwebt über dem Boden der Wüste, also Blinker ein und abgebogen. Der Zeppelin ist eine Drohne der Border Control. Vermutlich wird damit in der Nacht illegalen Grenzgängern nachgespürt. Das Tor zur Anlage ist geschlossen, gut beschriftet und mit Kameras gesichert, wir können nur aus der Ferne staunen. Nach dem queren der Inter State 10 in Van Horn wird es wieder eintönig auf der Hochebene. Es geht schnurgerade nach Norden bis sich am Horizont die Guadalup Mountains zeigen. Sehr eindrücklich wie sich der Guadalup Peak vor einem erhebt! Sein Gipfel ist der höchste Punkt in Texas, ein rechter Klotz. Im letzten Moment führt die Strasse rechts am Berg vorbei, hinauf in den Guadalup Mountains National Park. Unsere Knie lassen ein Wandern im Park nicht zu, aber es lässt sich auf dem vorgelagerten BLM Land gut und günstig Campieren.

Der Wind bläst uns fast von der Strasse aber wir kämpfen uns durch bis in das Besucherzentrum des Carlsbad Caverns National Park. Die weltbekannten Karsthöhlen gehören zu denn grössten weltweit. Wir haben etwas Probleme mit Höhlen, so wollen wir uns vorab Erkundigen was wir zu erwarten haben. Also es soll mit dem Lift 230 Meter in den Berg hinunter gehen, das schafft Theres nicht. Danach gibt es Rundwanderungen mit Führer durch das Höhlenlabyrinth, 2 bis 3 Stunden, das machen mein Knie nicht mit, schade. So besichtigen wir die sehr gut gestaltete Ausstellung und sehen uns den 20 minütigen Film über die Höhlen an, sehr informativ. Das Höhlensystem dehnt sich auf 33'000 Acres aus, ca. 13'350 Hektaren, also riesig und noch ist nicht alles erforscht. Weiter geht es entlang von Farmen und Pistazienplantagen nach Rosswell. Die Bewohner haben da eine spezielle Verbindung zu Ausserirdischen. Das Zentrum der Stadt ist voll Alien Restaurants und Raumschiff Cafés… Seit den späten 1950er tauchen in praktischen Abständen die fliegenden Untertassen auf und entführen ein Mitglied der Gemeinde. Natürlich werden diese nach einem Plausch im Raumschiff wieder freigelassen und können wichtige Nachrichten überbringen. Diese werden akribisch im Alien Museum dokumentiert und den zahlenden Besuchern präsentiert. Natürlich werden auch Pilgerfahrten zu den Spektakulärsten Orten ausgerichtet, gegen entsprechende Vergütungen… Also wir lassen das Münchhausen von New Mexiko hinter uns und fahren nach Osten in die Capitan Mountains. Hier finden wir für die Nacht einen Platz auf einem Camp für Pferdewanderer. Jeder Platz hat Wasseranschluss, Tisch mit Bänken und einen Coral zum einstellen des Pferdes 30$ die Nacht, ohne Pferd 20$.

Vor der Weiterfahrt umrunden wir den Campground zu Fuss. Wegen den Pferde Corals kommt so etwas mehr als Kilometer zusammen. Gut für die Moral, schlecht für das Knie. Entlang der Sierra Blanca, mit sehr alpiner Ausstrahlung und einem Skigebiet, queren wir das Mescalero Apachen Reservat. Nachdem sich die Mescalero immer wieder gegen die Staatsmacht aufgelehnt haben (Geronimo u.a.) wurden sie umgesiedelt (wie viele indigene Gruppen). Vermutlich entgegen der Erwartung, konnten sie in den Bergen Überleben. Von den Bergen geht es nun stark hinunter in das Withe Sands Basin bei Alamogordo. In der weiten Umgebung sind sehr sehr grosse Flächen als militärische Zone ausgewiesen (White Sand Missile Range und Fort Bliss). Innerhalb der erstgenannten befinden sich zwei für die Natur ausgewiesene Zonen, Withe Sands NWR und das National Monument. Wieder ein Anblick zum staunen, wenn die schneeweissen Sanddünen ins Blickfeld kommen! Im kleinen Besucherzentrum möchten wir den Eintritt bezahlen, werden aber an den Parkeingang verwiesen. Dort ist jedoch kein Kassier, sondern ein Automat der nicht funktioniert. Also zurück zum freundlichen Ranger ins Besucherzentrum. Er winkt ab, Kassieren sei nicht in seiner Kompetenz und wenn an höherer Stelle etwas vollzogen wird, bleibe es in deren Verantwortung, das National Monument ist für Besucher zugelassen, sei es doch schön, wenn wir es besuchen… Es war eindrücklich, sehr heiss und extrem gleissendes Licht. Bei Boles Acres, auf BLM Land findet sich ein guter Übernachtungsplatz.

Auf dem Highway 54 North geht es zurück nach Alamogordo, wo wir gerne das Space Museum besucht hätten. Es ist aber vermutlich das einzige Museum weltweit das sein Ruhetag auf den Dienstag legt, so stehen wir vor geschlossenen Toren. Wir ziehen weiter nach Norden, Meile um Meile durch das weite Basin. In Corona geht es links ab, nach Willard. Im Dorf kreuzen sich vier Strassen und die Bahn. Ein paar Meilen ausserhalb, im Osten, schauen wir die Salzdünen und das wenige Wasser. Beim Mittagssandwich ziehen sechs Mega-Güterzüge an uns vorbei, drei nach Osten, dann drei nach Westen. Die Züge sind ein Erlebnis, 2,5-3km lang und je nach Gewicht bis fünf Lokomotiven. Es spielt sich alles auf einer Spur ab und hier ist eine lange Ausweichspur, die das kreuzen der Züge ermöglicht. Die gesamte Transportleistung dürfte weit weniger sein als in Europa oder auf der elektrifizierten Transsibirischen Bahn, dennoch ein Erlaubnis! In Estancia biegen wir ab in den Cibola National Forest in dem wir weiter nach Norden fahren. Vor der Inter State 40 bleiben wir bei den Pinien im Wald.

Über die Inter State 40 kommen wir nach Albuquerque hinein und finden die ausgewählte Garage auf Anhieb. Grossartige Website, super Kommentare und Eigenlob dass es nur so trieft! Tatsächlich schauen sie das Fahrzeug sehr kurz an und lehnen eine Reparatur aus Termingründen ab. Sie haben den auch schnell ein Betrieb an der Hand der uns sicher helfen kann. Also fahren wir vier Blocks um die Ecke und harren der Dinge. Natürlich ist für heute nichts mehr möglich, aber morgen früh um sieben könne man weiter schauen. Sehr freundlich der Mann und wir sind zuversichtlich endlich dass Reparaturfiasko zu einem guten Ende zu bringen. Da es gerade gut läuft, schauen wir uns noch einen der schon zu Hause ausgesuchten Storageplätze an. Wir wollen keinen Self Storage Platz mehr, sondern jemand dem man in die Augen schauen kann. Das läuft auch gut, für 15.-$ mehr als in Las Vegas einen gedeckten Platz mit der Möglichkeit die Batterie auf zu laden, finden wir Prima. Danach bleibt nichts anderes als auf den Campingplatz zu fahren und erstes Packen zu üben und den Waschberg zu bekämpfen.

Pünktlich um sieben sind wir wieder in der Garage um zu hören was Sache ist. Leider vernehmen wir nicht das Beste: der Lift für die Fahrzeuge packt unseren etwas übergewichtigen Dodgli nicht und der Meister ist am telefonieren wer da helfen könnte. Es findet sich ein Kollege der auf Light Trucks spezialisiert sein soll, er erwartet uns für eine Absprache. Etwas mehr als ein paar Blocks weiter, da geht der Chef selber auf die Knie und macht sich ein Bild. Am Montag früh loslegen und dann sei es ende Woche erledigt, verspricht er. So gehen wir das Notwendige für das Wochenende besorgen und fahren danach auf den Turquoise Campingplatz in den Sandia Bergen. Eintausend Meter höher und entsprechend kühler soll es da sein.

Es ist sehr angenehm hier in der Höhe. Den Tag verbringen wir mit Ausräumen, Auto putzen, Einräumen und Packen für den Heimflug.

Die Aktivitäten von gestern werden verfeinert und ergänzt. Um dem Körper gutes zu tun, versuchen wir es mit einem Spaziergang, mangels Alternative endet der mit der dreifachen Umrundung des Campingplatzes.

Nach einem ausgedehnten Frühstück machen wir uns auf den Weg in den Cibola National Forest. Auf dem Panorama Drive geht es hinauf in das Skigebiet des Sandia Peak. Wir hoffen einen Blick von oben auf Albuquerque werfen zu können. Das gelingt leider nicht, die Strasse ist gesperrt. Aber wir treffen auf Bogen- und Armbrustschützen. Mit dem Sässeli-Lift lassen sie sich zum Startpunkt des Wettbewerb-Parcours führen. Dann schleichen sie abwärts und «erschiessen» mit Pfeilen ausgestopfte Puppen von Tier und Mensch… Wie auch immer, der Reiz ist als bester Schütze abzuschliessen. Danach geht es hinunter in die Stadt auf den noblen Campingplatz, wo wir nach dem Abendbrot das Wassersystem im Fahrzeug entleeren und mit Frostschutz versehen.

Pünktlich geben wir den Dodgli in die Reparatur. Der Chef ist überzeugt am, am Freitag können wir ihn abholen. Mit dem Taxi fahren wir zum Flughafen und holen unseren bestellten Mietwagen. Einen Kleinwagen haben wir bestellt, bekommen aber zum selben Preis einen Hyundai der Mittelklasse. Dann geht es auf dem Turquoise Senic Biway nach Santa Fe. Im alten Minenstädtchen Madrid begreifen wir endlich, was das mit dem Turquoise auf sich hat. Der Halbedelstein wird hier gewonnen und zum grössten Teil von indigenen zu schönem Schmuck verarbeitet. Uns gelüstet aber mehr nach etwas gutem zum Essen (hauptsache kein Hamburger). Keine Chance. Schlussendlich knabbern wir Cracker und Obst, die Gesundheit freut es! Vor Santa Fe taucht der Origami in the Garden an der Strasse auf. Klar dass wir die aussergewöhnlichen Figuren anschauen gehen, der Stopp lohnte sich! In Santa Fe steht für uns ein Bett bereit und verhungern muss man da auch nicht.

Der Besuch von Taos Pueblo steht auf dem Programm. Wir wählen die Nebenstrasse, entlang des noch jungen Rio Grande. Er hat sich hier ein schönes Tal gegraben, es grünt und blüht dass es eine Freude ist. Das Tal wird eine Schlucht in die keine Strasse führt. Wenn wir hier die Brücke überqueren geht es nur auf Piste weiter, das wollen wir dem Mietwagen doch nicht abfordern. In Taos fahren wir zuerst 12 Meilen nach Westen um einen Blick von oben in die eindrückliche Schlucht des Rio Grande zu werfen. Denkste, alles ist abgesperrt und anhalten verboten. Der Grund: der Aussichtspunkt bekommt einen neuen Fahrbahnbelag. In den USA verträgt sich das nicht mit Besuchern... Das Taos Pueblo ist heute noch bewohnt und kann auf eine reiche Geschichte zurück schauen. 1619 wurde durch die spanischen Padres die Kirche St, Jerome gebaut. Die Spanier lebten mit den Indigenen zusammen im Pueblo in recht gutem Einvernehmen. Als der Einfluss aus dem Norden zunahm, verhärteten sich die Fronten. 1680 kam es im Land zur Pueblo Revolte mit wechselndem Ausgang. Die ganze Region blieb ein Pulverfass. Die neuen Herren und deren Kavallerie schossen 1847 das Pueblo mit Kanonen zusammen, wobei die Hälfte der Bevölkerung dass Leben verlor. Drei Jahre später ist dann die neue Kirche erbaut worden und die Indigenen begannen sich mit den neuen Herren zu arrangieren. Heute ist das wichtigste Einkommen der Tourismus, es werden aber in den Sangre de Christo Mauntains immer noch kleine Minen betrieben. Für die Rückfahrt nach Santa Fe wählen wir die Strasse durch die Berge, wunderschön, zwischen 2100 und 2700 MüM. Im Bergdorf Las Trampas wurde vom Betreuer der Adobe Kirche von 1751 gerade begonnen mit der Vorbereitung von Adobeziegeln. Wir fragten nach dem Intervall der Adobepflege. Es ist wie in Nordafrika, nach der Regenzeit muss das Bauwerk ausgebessert werden. Auch das Rezept für den Baustoff ist identisch, Lehmhaltige Erde mit Stroh vermischt. Wir sind begeistert von diesem schönen Tag!

Besuch in der Stadt Santa Fe. Das New Mexico State Capitol und das erste Hotel am Platz sind die einzigen Gebäude in der Stadt mit mehr als drei Stockwerken. Die Kirchen sind da ausgenommen. Alle sind im Pueblo Stihl aus Adobe gebaut. Wer gut hinschaut, sieht dass die neueren Gebäude mit einem modifizierten Baustoff erbaut sind. Diese strikten Vorgaben bewirken ein einmaliges, malerisches und sehr angenehmes Stadtbild! Es zieht natürlich eine grosse Anzahl von Touristen an und zusammen mit den Verwaltern von New Mexico kommt da einiges zusammen. Restaurants, Galerien und Souveniershops ohne Ende. Interessant, der Besuch des New Mexico History Museum mit dem alten Gouverneur Palast. Es beweist die Theorie, der Sieger schreibt die Geschichte! 7000 Jahre Urzeit, ein Raum. Spanische Epoche, zwei Räume. Krieg USA-Mexiko, zwei Räume. Danach bis heute, unzählige Räume und Exponaten, inklusive Eisenbahnbau, Atombombe und diverse Kriege. Insgesamt ein lohnender Tag.

Wunderbares Wetter, wie gemacht für den Besuch im Bandelier National Monument. Der aus der Schweiz stammende Herr Bandelier hat seinen zweiten Lebensabschnitt den Pueblo Indigenen von New Mexico gewidmet. Er und seine Kollegen beantragten grosse Schutzgebiete beim US Kongress. 1916, zwei Jahre nach seinem Tod, wurde das Bandelier National Monument beschlossen. Hier im Frijoles Canyon sind die Reste (Grundmauern) des vermutlich grössten Pueblos von New Mexico. Auf dem Rundgang kamen wir recht ins Schwitzen. Er führt hinauf zu Höhlenwohnungen im hellen Gestein (Vulkanasche die ca. 8000 Jahre zusammengepresst wurde), danach wieder ins Tal zu den Ruinen. Der Rückweg führte dem wasserführenden Bach entlang durch lichten Mischwald. Da stolperten wir über einen prächtigen Haufen. Nachfrage beim Ranger bestätigte die Vermutung, im Canyon gibt es Schwarzbären. Je trockener die Flora, desto häufiger kommen sie an das Wasser. Wir fahren auf der Vulkanrim zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die riesige Vulkancaldera. Heute das grösste zusammenhängende Grasland in New Mexiko. Auf der Heimfahrt fahren wir durch das berühmte Atomzentrum Los Alamos. Wir werden auch aufgehalten und nach dem von Wo und Wohin gefragt. Durchfahrt genehmigt, aber nur auf der Hauptstrasse!

Der Besuch des Kasha-Katuwe National Monument Park steht unter einem schlechten Stern. Wir hätten uns voraus online ein Ticket und Zeitfenster buchen müssen. Wir stehen am Eingang und feilschen mit dem Kontrolleur, keine Chance und keine Hilfe, auch wenn wie heute kaum Besucher hier eintreffen. Es bleibt nur die Möglichkeit die kegelförmigen Formationen im Prospekt zu bewundern. Alternativ fahren wir auf die andere Seite von Albuquerque, zum Petroglyphen National Monument. Hier am Stadtrand bilden grosse Lavabrocken beste Möglichkeiten für das einkerben von Bildern. Es gibt drei Hotspots, aber nur einer ist für unsere eingeschränkte Wandermöglichkeit erreichbar. Zu sehen gibt es nicht nur Petroglyphen, leider auch viele unüberlegte Kratzer von Besuchern, schade. Zurück in Albuquerque führt uns der erste Weg zur Garage um nach unserem Dodgli zu schauen. Gross ist die Enttäuschung, dass die Arbeiten nicht fertig wurden. Überzeugend wurden wir auf Montag Abend verwiesen. Die Werkstatt arbeitet also auch am Feiertag durch?!

Entlang des Rio Grande hat die Stadt Albuquerque in einer Waldfläche ein grosszügiges Erholungsgebiet geschaffen. Der Botanische Garten ist besonders gelungen, besonders der Maurische und Japanische Garten sind ein Juwel. In ihnen ist es kühl und Erholsam.

Heute ist «Isebähnli» Tag. In den Hallen des ehemaligen Depot- und Reparaturbetriebes der Santa Fe Railways besuchen wir eine lokale Messe. Leider handelt sie fast ausschliesslich vom Essen, in allen Varianten. Ein Stand verweist auf das «Wheels Museum» in einer weiteren Halle um die Ecke. Das ist dann schon eher nach unserem Gusto, schliesslich haben viele Fortbewegungsmittel Räder und das macht es schon spannend. Der Schwerpunkt liegt auf der Bahn, aber die alten Autos und besonders ein Rennrad von Eddy Merckx konnten den Puls beschleunigen. Zurück im Hotel ist nach der Winterpause der Pool geöffnet, jedoch ist der Wind zu kühl. Wir lassen den Kindern den Vortritt und lesen im Garten.

Feiertag, heute wird den Veteranen und Gefallenen in den unzähligen Kriegen gedacht. Aber es gibt einen Riss durch die Gesellschaft. Beamte, öffentliche Angestellte und Banken zelebrieren den Feiertag. Dienstleister sind an der Arbeit und Selbständige können es halten wie sie wollen. Wir besuchen das NM Nuclear of Science & History, es soll die atomaren Aktivitäten in New Mexico darstellen. Es ist aber eher eine Schau, wo Onkel Sam seine Muskeln spielen lässt. So wird dem Bau der A-Bombe, den notwendigen Trägerraketen, U-Booten und Flugzeugen sehr viel Raum beigemessen. Den Opfern von Hiroschima und Nagasaki aber zweimal eine A4 Seite. Sehr aufgewühlt verlassen wir die Gewaltschau. In der Werkstatt sind sie mit Dodgli noch nicht weiter. Jetzt wird es aber langsam Zeit… wir verständigen uns auf einen Rückbau, so dass wir Morgen um 12.00h das Fahrzeug abholen können.

Pünktlich holen wir unser Dodgli in der Werkstatt ab und überführen ihn zum Hotel. Von den aufgetragenen Arbeiten wurden nur die Kerzen ausgewechselt, Motoranbindung, Radaufhängung und Bremsen wurden nicht bearbeitet! Sie hatten 10 Arbeitstage zur Verfügung, schlichtweg ein grosser Scheisshaufen! Der Preis zumindest hielt sich im Rahmen, 11.50 US$. Zur Entschleunigung unser Nerven besuchten wir das Rattelsnake Museum in der Old Town, mit vielen Exponaten. Noch am Abend begann sich die Wäschetrommel zu drehen und im Dogli wurde die Wasserversorgung auf den kommenden Winter vorbereitet.

Abschliessen der Arbeiten am Fahrzeug. Dann übergeben wir Dodgli mit schwerem Herzen der Einlagerungsfirma. Anders als im letzten Jahr, soll er bald unter einem Schattendach auf uns warten… Den Lunch genehmigen wir uns im «Route 66 Diner», einem Kult Lokal an der Route 66 in der Stadt. Alles sehr Nostalgie beladen, auch die Besucher ;-). In der Vergangenheit bleiben wir auch anschliessend, im sehr guten anthropologischen Museum von Albuquerque. OK, diese Exponate sind noch wesentlich älter, aber im klappern wird kein grosser Unterschied fest zu stellen sein…

Heute Morgen fahren wir mit dem Mietwagen zum Flughafen, die Rückgabe verläuft einfach. Jetzt hoffen wir dass keine Nachbuchungen auf der Kreditkarte erscheinen… Die Abflughalle von Albuquerque ist sehr schön gestaltet. Guter Flug nach Chicago, wo dass Umsteigen auf den Swiss Flug zu einer gewissen Herausforderung wird! Eine falsche Auskunft am Schalter von United lässt uns eine halbe Stunde durch das Terminal irren. Ausser Atem retten uns zwei Reinigungskräfte, diese können die richtige Richtung vorgeben. Dann endlich werden wir von einem offiziellen Informanten auf die Spur zum Bus verwiesen der uns zum entsprechenden Terminal 5 quer über die Rollfelder fährt, etwas gestresst kommen wir doch noch ins richtige Flugzeug, Halleluja.

Unsere Tochter Christine empfängt die übernächtigten Oldies in Zürich. Wir sind froh und lehnen uns entspannt in die Polster, bis wir in unserem Zuhause ankommen.